Kerstin Elvers, Heilpraktikerin aus Hamburg, spricht mit uns über die Geheimnisse der Aromatherapie.

Interview geführt mit Kerstin Elvers, Heilpraktikerin und Aromatherapeutin aus Hamburg. Frau Elvers fokussiert sich in Ihrer Praxis auf Frauenheilkunde und die Aromatherapie. Für welche Beschwerden sich ätherische Öle und die Aromatherapie eignet, welche Wirkungen sie mit sich bringt und wie solch eine Therapie in der Praxis abläuft, erfahren Sie im folgenden Interview. 

Guten Tag, Frau Elvers! Können Sie uns etwas über Ihren beruflichen Werdegang erzählen?  

Bereits seit meinen frühen Kindheitstagen beschäftige ich mich mit Pflanzen. Für die Naturheilkunde an sich habe ich mich vor allem seit der Geburt meiner Kinder interessiert. Zu dieser Zeit hinterfragte ich zum ersten Mal die Schulmedizin und informierte mich ausführlich über alternative Behandlungsmethoden. Ich las alles, was ich über Naturheilkunde in die Finger bekam und es entwickelte sich allmählich ein solides Grundwissen über gesundheitliche Themen. Dadurch suchten auch immer mehr Bekannte und Freunde meinen Rat, wenn es um die Gesundheit ihrer Familie ging. Dies inspirierte mich dazu, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen, um auch anderen Menschen mit Rat und Tat beiseite zu stehen. Also absolvierte ich eine Ausbildung zur Heilpraktikerin mit anschließender Weiterbildung zur Homöopathin. Es folgten noch die Doula- und Mütterpflege-Ausbildung, sowie die Zertifizierung zur Aromatherapeutin und einiges mehr.  

Was hat Sie dazu bewegt, sich auf die Aromatherapie zu spezialisieren? 

Generell war ich schon immer ein Mensch, der Erinnerungen und Gefühle mit Gerüchen verbunden hat. Ich begann bereits sehr früh mich über die Wirkungen und Eigenschaften von ätherischen Ölen zu belesen und experimentierte mit verschiedenen Ölmischungen. Die Ausbildung zur Aromatherapeutin fundierte dann mein Wissen und ich bilde mich darin auch weiterhin fort. Die Aromatherapie bietet besonders schnelle Ergebnisse, sowohl auf seelischer als auch auf körperlicher Ebene und somit nahm diese pflanzliche Therapie bei mir sehr schnell einen hohen Stellenwert ein.  

Bieten sie neben der Aromatherapie auch noch andere Leistungen an? 

Hauptsächlich biete ich beratende Tätigkeiten rund um die Frau an – von Menstruationsbeschwerden, über Kinderwunsch, zur Geburtsbegleitung als Doula, bis hin zu Wechseljahresbeschwerden. Dabei soll es aber nicht nur um die Frau allein gehen, sondern um die ganze Familie und deren Gesunderhaltung. Des Weiteren führe ich auch verschiedene Rituale und Segenszeremonien durch, die Frauen durch ihre verschiedenen Lebensphasen begleiten. 

Was kann man sich unter einer Aromatherapie vorstellen?  

Die Aromatherapie kann als Teil der Phytotherapie verstanden werden, denn sie beschreibt den Einsatz von pflanzlichen, ätherischen Ölen als Therapiewerkzeug.  Ätherische Öle erhalten dabei ihre Wirkung durch die Schutzkräfte der Pflanze. Sie werden aus verschiedenen Pflanzenteilen wie Wurzeln, Blüten und Blättern unter anderem durch (meist) Wasserdampfdestillation gewonnen. Diese ätherischen Öle können nun in Form von einer therapeutischen Anwendung, der Aromatherapie, für die Gesundheitsvorsorge oder Unterstützung von seelischen und körperlichen Beschwerden eingesetzt werden. Möglich hierbei ist eine äußerliche Anwendung auf der Haut, das Riechen (nasal) oder, in einigen Ausnahmen, die orale Einnahme. Die Aromatherapie kann allein oder aber auch als Ergänzung zu einer anderen Therapie angewendet werden.  

Bei welchen Beschwerden erweist sich die Aromatherapie als nützlich?

Eigentlich gibt es so gut wie keine Beschwerden, bei denen sich die Aromatherapie nicht als nützlich erweist. Die Aromatherapie wirkt hemmend auf Pilze, Viren, Bakterien und ist entzündungshemmend, schmerzlindernd, krampflösend, hautpflegend, anregend, antibakteriell und beruhigend. Es gibt also ganz unterschiedliche und zahlreiche Wirkweisen von ätherischen Ölen.  

Wie sieht eine Aromatherapie konkret bei Ihnen aus?  

Überwiegend kommen meine Klienten mit einem bestimmten Anliegen in die Praxis.  Bei der Besprechung führe ich eine ausführliche Anamnese durch. Daraufhin können dann die passenden Öle und die passende Anwendungsmöglichkeit ausgesucht werden. Danach darf die Klientin nochmals an den einzelnen Ölen riechen, falls eine gewisse Abneigung zu bestimmten Düften vorhanden ist und es wird ein Allergietest durchgeführt. Nun stellt sich die Klientin ihre Ölmischung eigenständig unter meiner Anweisung zusammen und kann sie dann zuhause anwenden. Im Laufe der Zeit wird natürlich noch die Entwicklung beobachtet und eventuelle Änderungen in der Ölzusammenstellung vorgenommen.  

Wie stehen Sie zu der Verwendungen von ätherischen Ölen in der Schwangerschaft?  

Ich empfehle schwangeren Frauen vorsichtig zu sein und die Nutzung von ätherischen Ölen nur unter therapeutischem Rat durchzuführen. Es gibt ätherische Öle, die sich ungünstig auf die Schwangerschaft oder den Fötus auswirken können.  Allerdings gibt es auch zahlreiche ätherische Öle, welche unterstützend in der Schwangerschaft wirken, gerade was Schwangerschaftsübelkeit, Wassereinlagerungen und Ängste angeht. Eine gute Beratung ist hier also ausschlaggebend. 

Muss man beim Umgang mit ätherischen Ölen etwas beachten? 

Beim Umgang mit ätherischen Ölen gibt es sogar sehr viel zu beachten. Besonders wichtig hierbei ist die Qualität des Öls. Generell sollte man nur 100 % naturreine ätherische Öle verwenden und auf Bio-Qualität achten. Zu beachten beim Kauf eines guten ätherischen Öls gilt außerdem:  

  • Angabe des Herkunftslands 
  • Angabe des Pflanzennamens + Angabe des botanischen Namens der Pflanze
  • Angabe des Pflanzenteils, aus dem das ätherische Öl gewonnen wurde
  • Angabe des Gewinnungsverfahrens 
  • Angabe der Chargen-Nummer 
  • Angabe des Ablaufdatums  
  • Angabe der Verwendungsdauer 
  • Angabe von Sicherheitshinweisen + Gefahrenpiktogramm  

Des Weiteren muss man auf die Verdünnung des Öls achten, denn es gibt zahlreiche ätherische Öle, wie beispielsweise Öle aus Zimt, Oregano, Thymian und Nelke, welche nicht pur auf die Haut aufgetragen werden dürfen, sondern mit einem guten pflanzlichen Öl verdünnt werden müssen. Verdünnungstabellen hierzu findet man im Internet oder erhält sie bei einer Beratung.  

Zudem gibt es viele ätherische Öle, welche photosensitiv sind, darunter Zitrusöle wie Bergamotte, Limette und Zitrone. Diese können unter Sonneneinstrahlung zu Verbrennungen führen.  

Bei Babys, Kindern, Schwangeren, Epileptikern, Tieren und schwachen Menschen, ist grundsätzlich immer äußerste Vorsicht geboten und es empfiehlt sich das Einholen eines therapeutischen Rates vor der Verwendung eines ätherischen Öles.  

Gibt es bestimmte ätherischen Öle, welche Sie unseren Lesern besonders empfehlen können?  

Als Grundausstattung empfehle ich immer die ätherischen Öle Lavendel fein, Zitrone, Teebaum und Pfefferminze. Mit diesen Ölen sind die Grundbedürfnisse abgedeckt und man kann bereits tolle Mischungen zaubern. 

Bei individuelleren Bedürfnissen, wie z. B. bei Kindern, beim Sport oder bei Erkältungskrankheiten, stelle ich dem Klienten in meiner Praxis gern eine Liste zusammen.  

Wo kann man Sie finden, wenn man eine Beratung sucht?  

Meine Praxis befindet sich in Hamburg. Dort kann man mich vor Ort auffinden, allerdings biete ich auch Online-Beratungen an. Alle Kontaktinformationen zu mir findet man auf meiner Webseite www.kerstinelvers.de.

Kerstin Elvers, Heilpraktikerin und Therapeutin für Aromatherapie

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